Im Herbst verändert sich das Licht. Es fällt weicher in den Raum, lässt Orange glühen und Gelb wie einen kleinen Sonnenstrahl aufleuchten. Genau diese Stimmung tut der Küche gut. Dafür braucht es keinen großen Umbau. Orange und Gelb lassen sich auf ganz unterschiedliche Weise in die Küche holen und verleihen ihr eine warme, einladende Ausstrahlung. Auch der Seele und dem Immunsystem schmeicheln herbstliche Töne, vor allem in Form von köstlichen Herbstgerichten.

Kürbisse, Äpfel und leuchtendes Laub zaubern die Farben der Ernte an die Küchenwand. In schlichten Holzrahmen wirkt die herbstliche Bildergalerie natürlich und modern zugleich. Alle Bilder: Poster Store.
- Farbe gegen den Herbstblues
- Küche mit Gefühl
- Starke Partner
- Herbst auf Zeit
- Mut zur farbigen Front
- Retro, aber neu
- Wenn Kochen Spuren hinterlässt
- Goldene Genussmomente
- Fruchtige Vielfalt für kühle Tage
- Rezept Ideen
- Buch-Tipps
Farbe gegen den Herbstblues
Das herbstliche Farbspektrum reicht von kräftigem Rostorange bis zu sanftem Buttergelb. Die Töne machen den Abschied vom Sommer ein wenig leichter. Buttergelb wirkt freundlich und unbeschwert, Apricot legt einen weichen Schimmer über den Raum, während Orange Lebendigkeit mitbringt. Dabei müssen die Farben keineswegs laut sein. Gerade leicht gedämpfte Nuancen erinnern an den goldenen Moment am späten Nachmittag, wenn draußen das Licht schwindet und man es sich drinnen gemütlich macht.
Am schönsten ist die Farbidee, wenn sie nicht überall auftaucht. Ein bewusst gestalteter Bereich genügt häufig, das offene Regal neben dem Essplatz, eine Nische oder ein freies Stück auf der Arbeitsplatte. Dort finden ein farbiges Tablett, eine Schale oder hübsch gefüllte Vorratsgläser ihren Platz. Oft genügt, was bereits vorhanden ist. Dazu zählen Kochbücher mit passenden Buchrücken oder Keramik, die sonst im Schrank steht. Wiederholt sich ein Farbton an ein oder zwei weiteren Stellen, sieht das Ganze aus wie aus einem Guss. So entsteht ein herbstlicher Akzent, der der Küche Wärme gibt und sich später ebenso leicht wieder verändern lässt.
- Wenn die Blätter von den Bäumen fallen, ist Apfelzeit! Mit der gebogenen Klinge des „Tournier Messers 1905“ von F. Dick lassen sich die Früchte bequem schälen und für Kuchen, Kompott oder Ofendesserts vorbereiten.
- Ton in Ton serviert: Das Geschirr „Trend Colour“ von Thomas in der Farbe „Puglia“ bringt ausdrucksstarkes Terrakotta auf den Tisch und sieht trotzdem edel aus.
Küche mit Gefühl
Welche Farbe sich in einer Küche richtig anfühlt, lässt sich am besten im Alltag herausfinden. Stellen Sie einen Gegenstand in der gewünschten Farbe einige Tage an einen gut sichtbaren Platz. Gefällt die Nuance bei grauem Morgenlicht ebenso wie am Abend, ist das ein gutes Zeichen. Wer kräftige Farben schnell als unruhig empfindet, wählt ein weiches Honiggelb oder Apricot. Für einen kleinen Energieschub ist Mandarine ideal, am besten an einer einzelnen, gut sichtbaren Stelle.
Starke Partner
Orange und Gelb müssen nicht unter sich bleiben. Helle Creme- und Beigetöne lassen die Farben weich und freundlich erscheinen, während Dunkelbraun Charakter gibt. Spannender wird es mit Kontrasten. Ein gedämpftes Blau lässt Orange besonders schön leuchten, dunkles Grün unterstreicht die natürliche Seite von Gelb. Damit das Gesamtbild ruhig bleibt, sollte eine Farbe die Hauptrolle übernehmen. Die weiteren Töne begleiten sie und tauchen nur auf kleineren Flächen auf.
Herbst auf Zeit
Wer Orange und Gelb großzügiger einsetzen möchte, muss sich nicht dauerhaft festlegen. Wiederablösbare Tapeten oder Möbelfolien bringen Farbe auf größere Flächen und können später wieder entfernt werden. Damit können beispielsweise die Rückwand eines offenen Regals, eine Wandnische, die Seitenwange einer Küchenzeile oder einzelne glatte Schrankfronten verändert werden. Besonders reizvoll ist es, nur einen Bereich hervorzuheben. So entsteht ein deutlich sichtbarer neuer Akzent, ohne dass die gesamte Küche umgestaltet werden muss. Eine weitere Möglichkeit sind dünne, passgenau zugeschnittene Platten, die tapeziert oder gestrichen und vor eine vorhandene Rückwand gesetzt werden. Sie lassen sich bei einem Farbwechsel einfach herausnehmen. Das eignet sich auch für Mietwohnungen oder für alle, die zunächst ausprobieren möchten, wie ein intensiver Ton auf einer größeren Fläche wirkt. Wichtig ist, Folien und Tapeten passend zum jeweiligen Untergrund auszuwählen und sie vorab an einer unauffälligen Stelle zu testen. Dann darf die Küche im Herbst ein neues Gesicht zeigen und sich später ebenso unkompliziert wieder zurück verwandeln.
Mut zur farbigen Front
Wer Orange und Gelb nicht nur vorübergehend einsetzen möchte, kann die Farbe direkt auf die Küchenfronten holen. Das müssen nicht die intensiven Töne sein, sondern abgemilderte Varianten. Dafür ist es keineswegs nötig, die gesamte Einrichtung in einem einzigen Ton zu planen. Oft genügt es, die Unterschränke, eine Kücheninsel oder einen Hochschrankblock farblich hervorzuheben und die übrigen Fronten in Holz, Cremeweiß oder einem ruhigen Naturton zu halten. Neben Safrangelb, Curry und Terrakotta passen auch Paprika- oder Rostrot in diese warme Farbwelt. Bei starken Nuancen entscheidet die Oberfläche wesentlich über die Wirkung. Matte Fronten erscheinen meist ruhiger und wohnlicher, während glänzende Ausführungen das Licht stärker reflektieren und die Farbe intensiver hervortreten lassen. Vor der Entscheidung sollte ein Frontmuster deshalb sowohl bei Tageslicht als auch unter der vorhandenen Küchenbeleuchtung betrachtet werden. Ist der Korpus einer älteren Küche noch gut erhalten, kann unter Umständen auch ein Austausch der Fronten sinnvoll sein, vorausgesetzt, Maße und Beschläge passen. So wird aus der Farbidee eine dauerhafte Veränderung, ohne dass zwangsläufig eine komplett neue Küche einziehen muss.
- Die Küchenfronten in Caramel von Plum Living machen aus schlichtem Weiß eine wohnliche, farbenfrohe Küche. Helle Flächen und cremefarbene Griffe lassen den Orangeton frisch und modern wirken. Credit: Plum Living / Fotograf ©Hervé Goluza
- Aufhängen statt verstauen: An der „Hultarp“ Stange von IKEA bleiben Servierbretter griffbereit und werden zugleich zum Wandschmuck. Vor dem Fliesenspiegel in Orange, Rosa und Rot kommen sie besonders gut zur Geltung.
- An der Wand trifft „Braun mit Haselnuss“ auf Küchenfronten in „Orange mit Kupfer“. Für die Fronten wurde „Der Alles Streichen Lack“ von Miss Pompadour verwendet. Das ist eine praktische Möglichkeit, der Küche eine neue Farbe zu geben, ohne die Schränke auszutauschen.
Retro, aber neu
Orange und Gelb tragen ein Stück Designgeschichte in sich. Kaum eine andere Farbkombination erinnert so deutlich an die Küchen der 1970er-Jahre. Heute kehren diese Töne zurück, allerdings sanfter, reduzierter und leichter zu kombinieren. Nostalgie muss dabei nichts Altmodisches haben. Vertraute Farben können Erinnerungen wecken und einem Raum eine persönliche, wohnliche Note verleihen. Vielleicht erinnert ein warmer Gelbton an die Küche der Großeltern oder an gemeinsame Mahlzeiten. Solche Assoziationen geben der Einrichtung Charakter und passen wunderbar zum Herbst, wenn das Zuhause wieder stärker in den Mittelpunkt rückt. Statt greller Kontraste bestimmen heute Buttergelb, Honig, Apricot und Terrakotta das Bild. Klare Linien und ruhige Flächen holen den Retrolook in die Gegenwart. So entsteht eine Küche, die vertraut und zugleich modern wirkt, mit Wärme, Persönlichkeit und einer angenehmen Portion Nostalgie.
Wenn Kochen Spuren hinterlässt
Eine Küche, in der täglich geschnippelt, gerührt und gebacken wird, darf mit der Zeit Charakter entwickeln. Gerade natürliche Materialien verändern sich durch Licht, Luft und Berührung. Holz kann nachdunkeln, Messing und Kupfer setzen allmählich eine Patina an. Neben Orange, Honiggelb oder Terrakotta erscheinen solche Oberflächen besonders stimmig, weil sie die warmen Farben quasi widerspiegeln. Wichtig ist allerdings der Unterschied zwischen einer schönen Patina und einem echten Materialschaden. Während leichte Veränderungen durchaus erwünscht sein können, sollten stehende Feuchtigkeit, starke Hitze und tiefe Kratzer vermieden werden. Schneidbretter und Untersetzer schützen besonders beanspruchte Bereiche, ohne dass die Küche dadurch empfindlich oder unpraktisch wirkt. So entsteht kein makelloser Ausstellungsraum, sondern eine Küche, die benutzt werden darf und mit den Jahren sogar an Persönlichkeit gewinnt. Auch farbige Flächen bleiben mit wenig Aufwand ansehnlich. Spritzer lassen sie sich meist mit einem weichen Tuch, lauwarmem Wasser und wenig mildem Spülmittel entfernen. Scheuerschwämme und aggressive Reiniger sind dagegen tabu, weil sie zu matten Stellen führen können. Bei Folien, Lacken und empfindlichen Arbeitsplatten gelten zusätzlich die Pflegehinweise des Herstellers.
Goldene Genussmomente
Wenn es am Nachmittag früher dämmert, verändert Licht die Küche stärker als jedes neue Accessoire. Statt den ganzen Raum gleichmäßig hell auszuleuchten, dürfen einzelne Lichtinseln entstehen, unter einem Regal, über der Arbeitsfläche oder am Essplatz. Orange und Gelb gewinnen darin Tiefe und wirken fast so, als speichern sie die letzten Sonnenstrahlen des Tages. Praktisch ist es, Arbeitslicht und Abendlicht getrennt schalten zu können. Beim Schneiden und Kochen bleibt alles gut sichtbar. Später genügt häufig eine gedimmte Leuchte über Insel oder Tisch. Der Raum wird ruhiger, die Farben werden satter und selbst ein ganz gewöhnliches Abendessen bekommt eine angenehm warme Bühne.
- So wird der Tisch zum herbstlichen Blickfang! Geschirr in organischen Formen, farbige Gläser und Kürbisdeko bringen Orange, Gelb und Beerentöne zusammen. Blätter und kleine Zierkürbisse machen das Arrangement komplett. Alles über Dunelm.
- Die Tapete „Vinda“ von Lycke über Happy Homes sorgt mit ihrem feinen Blättermuster für eine zurückhaltende Note in die Küche. Senfgelbe Pendelleuchten setzen dazu kleine, aber wirkungsvolle Farbakzente. Die Fronten im Karamellton haben eine herbstliche Ausstrahlung
- Zeit für eine gemütliche Teestunde. Lecker dazu sind Apfel-Zimt-Muffins. Mit der KitchenAid „Artisan“ und der Keramikschüssel „Beehive“ ist der Teig schnell gerührt.
Fruchtige Vielfalt für kühle Tage

Der Ninja „BlendBOSS“ mixt Lieblingsfrüchte direkt im praktischen Trinkbecher zum cremigen Smoothie. Das Ergebnis ist ein fruchtiger Farbgenuss.
Äpfel, Birnen, Trauben und späte Pflaumen haben im Herbst Saison und bringen Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe auf den Speiseplan. Auch Möhren passen jetzt gut dazu. Sie enthalten reichlich Beta-Carotin, das der Körper in Vitamin A umwandeln kann. Ab dem späten Herbst ergänzen Orangen und Mandarinen die Auswahl an Früchten mit hohem Vitamin-C-Gehalt. Wer es im Alltag nicht immer schafft, Obst und Gemüse zu essen, kann einen Teil davon als Smoothie genießen, zum Beispiel ein Drink aus Apfel und Möhre mit etwas Orange. Werden die Zutaten möglichst vollständig püriert und nicht nur entsaftet, bleiben mehr Ballaststoffe erhalten.
Rezept Ideen
1.Kürbisgnocchi mit Radicchio

Credit: Rezeptidee und Foto: Manufactum
Zutaten für die Gnocchi:
- 400 g Kürbispüree aus Ofen-Hokkaido
- 300 g Kartoffeln, gepresst aus mehligkochenden Pellkartoffeln
- 1 Prise Muskatnuss
- ½ TL Zitronenabrieb
- 60 g Kartoffelmehl
- 150 g Weizendunst (oder 140 g glutenfreies Mehl)
- Salz
- Mehl zum Formen
Zutaten für 2 Portionen:
- Kürbisgnocchi (heiß, pro Portion etwa 300 g)
- 2 EL Olivenöl
- ½ Zehe feingewürfelter Knoblauch
- ½ Peperoncino
- ½ TL Oregano
- 4–5 Blätter Basilikum
- 200 ml (oder mehr) Kochwasser aus der Gnocchi-Herstellung
- 4 EL Frühlingszwiebeln, in Ringe geschnitten
- 2 TL gehackte Petersilie
- ½ TL Zitronenabrieb
- 5 EL Zitronensaft
- 140 g Radicchio-Streifen
- 2 EL Butter
- Parmesan nach Belieben
Zubereitung:
- Den Kürbis waschen, entkernen, in Achtelstücke schneiden und im Ofen bei 180 °C etwa 20– 25 Minuten backen. Abkühlen lassen und mit dem Zauberstab pürieren. Die Kartoffeln waschen, mit Schale kochen. Kurz abkühlen lassen, pellen, durch die Kartoffelpresse drücken und dazugeben.
- Kartoffelmehl, Weizendunst (oder glutenfreies Mehl) vermengen. Salz, Muskatnuss und Zitronenabrieb dazugeben und mit dem Kürbis-Kartoffel-Mus in einer Schüssel gut vermengen. Wenn sich alles verbunden hat, den Teig auf der bemehlten Arbeitsfläche nochmals gut durchkneten, portionsweise fingerdicke Stränge aus dem Teig rollen, 2–3 Zentimeter lange Stücke abstechen und mit der Gabel Gnocchi formen.
- Die Gnocchi nach und nach ins kochende Wasser geben und bei geringer Hitze etwa 4 Minuten garziehen lassen. Ab und zu vorsichtig umrühren, damit die Klößchen nicht aneinanderkleben. Sobald die Gnocchi oben schwimmen, mit dem Schaumlöffel herausnehmen und abtropfen lassen. Das Kochwasser bitte zur weiteren Zubereitung aufbewahren.
- Olivenöl in der Pfanne erhitzen, Knoblauch, Peperoncino, Oregano und Basilikum darin andünsten, mit dem Kochwasser ablöschen und die noch heißen oder wieder erwärmten Kürbisgnocchi dazugeben. Alles kurz köcheln lassen.
- Frühlingszwiebeln, Petersilie, Zitronenabrieb und Zitronensaft unterschwenken, die Pfanne von der Flamme nehmen und die Radicchio-Streifen unterheben. Butter unterrühren, bis es bindet; je nach gewünschter Konsistenz können Sie noch etwas Kürbiskochwasser hinzufügen.
- Zum Servieren nach Belieben mit Parmesan bestreuen. Guten Appetit!
2.Tomaten-Linsen-Kokos Suppe

Credit: Rezept und Foto: Römertopf
Zutaten (für 4 Pers.):
- 1 Dose stückige Tomaten (400 ml)
- 1 Dose Kokosmilch (400 ml)
- 175 g rote Linsen
- 2 Teelöffel bunte Chiliflocken
- 2 Teelöffel Kurkuma
- Salz und schwarzer Pfeffer nach Geschmack
- 2 Lauchzwiebeln, in Ringe geschnitten
- 500 ml heiße Gemüsebrühe
- 3 EL frische gehackte Minze und Basilikum
Zubereitung:
- Alle Zutaten in den Römertopf geben und gut vermengen.
- Den Römertopf in die Mikrowelle stellen und alles bei 600 W für 20 Minuten garen.
- Wer mag, kann die angerichteten Teller mit einem Schuss Kokosmilch, bunten Chiliflocken, Kräutern und essbaren Blumen garnieren.
Buch-Tipps
- One-Pot-Gerichte sind anhaltend beliebt, weil alle Zutaten gemeinsam in einem Topf oder einer Pfanne garen. Das spart Vorbereitung und Abwasch, gleichzeitig können sich Brühe, Gewürze und Röstaromen besonders gut miteinander verbinden. Kürbis, Möhren, Pilze, Hülsenfrüchte oder Wurzelgemüse machen daraus im Herbst eine wärmende, einfache Mahlzeit, häufig in einem schönen gelben Farbton. Ob Eintopf, Curry, Risotto oder Pasta, die Zutaten lassen sich flexibel austauschen und gut an vorhandene Vorräte anpassen. Alles aus einem Topf: In „Comfort in One“ versammelt Hari Beavis unkomplizierte One-Pot-Rezepte, die an kalten Tagen besonders guttun. Erschienen bei Busse Seewald, 30 Euro
- Auch Kürbis ist ein Highlight im Herbst und kann auf ganz unterschiedliche Weise zubereitet werden. In seinem neuen Kochbuch „Alles Kürbis“ versammelt Martin H. Lorenz 70 Rezepte internationaler Spitzenköchinnen und -köche, die das köstliche Gemüse vielseitig zubereiten. Mal simpel, mal raffiniert. Erschienen im Callwey Verlag, 45 Euro.





















